WEIN
Man
vermutet, dass die ersten aus
Trauben vergorenen alkoholischen
Säfte bereits vor ungefähr
8000 Jahren in Persien und Mesopotamien
getrunken wurden. Wein hat somit
eine sehr lange Geschichte und
erfreut sich bis heute ungebrochener
Beliebtheit.
Die weltweite Vielfalt der Weine
ist groß, genauso wie auch
das Sortiment der angepflanzten
Rebsorten. Unterschiedliche Methoden
der Rebenerziehung und Weinherstellung
sind charakteristisch für
bestimmte Weinregionen, Weinberge
und Weinkeller und machen diese
unverwechselbar.
Bereits die Anfänge der Menschheit
werden von Weintrauben begleitet.
Weinbeeren wuchsen weitverbreitet
wild, waren leicht zu sammeln
und waren eine Bereicherung des
Speiseplans, ob als haltbares
Trockenobst oder auch als Rosinen.
Es
war wohl das versehentliche Gären
reicher Ernten, sowie durstige
und neugierige Zeitgenossen, die
Gefallen am dadurch entstandenen
betörenden Bukett und der
prickelnden Maische fanden, die
den Anstoss zur Geschichte des
Weines gaben.
Man
vermutet also , dass die Entdeckung
des Weines nur Zufall war, denn
die Menschen in Vorderasien haben
den Traubensaft in Krügen,
aus Ziegen- oder Kamelleder, aufbewahrt.
Dabei ist der Saft, wegen der
hohen Temperaturen, gegärt.
Ob Essig entstand oder ob er süß
blieb, weiß man nicht, aber
schon die Existenz beweist, dass
die Trauben sehr zuckerreich waren.
Deshalb gab man europäisch-voderasiatischen
Rebe den Namen Vitis vinifera
(die zum Wein taugliche Rebe).
Zu
Zeiten der ägyptischen Pharaonen
war die Anlage großer Weinberge
und die Abfüllung und Lagerung
des hoch geschätzten Weines
in Amphoren bereits Gang und Gäbe.
Auch
die Mythologie der weinbauenden
Griechen und Römer beschreibt
den Weingott Dionysos und Bacchus,
der in Weinfesten verehrt wurde.
Im Mittelmeerraum breitete sich
der Weinbau mit den seefahrenden
Griechen aus. Mittel- und Nordeuropa
erreichte der Weinbau mit den
Römern. Die Verbreitung des
Weines in ganz Deutschland ging
mit der Verbreitung des Christentums
einher. Den Klöstern ist
unserer Weinkultur zu verdanken.
Lange
Zeit wurde der Wein jedoch nicht
nur als Genussmittel betrachtet.
Er galt als Medizin, als Stärkung
und als ungefährliches Getränk,
da er durch seinen Alkoholgehalt
die überall vorhandenen Keime
abtötete. Er wurde dabei
im Mittelalter immer beliebter
und tatsächlich hat sich
der gesundheitsfördernde
Einfluss regelmäßigen
Weinkonsums immer wieder in Studien
bestätigt.
Im
16 Jh. erreichte die Rebfläche
ihre größte Ausdehnung
(4-mal so groß wie heute;).
Der Konsum muss bei ungefähr
200 Liter pro Kopf und Jahr gelegen
haben. Danach ging die Weinära
zu Ende, denn Kriege, Krankheiten
und die Abkühlung sorgten
dafür, dass sich der Weinbau
auf wenige Kerngebiete zurückzog.
Dann trat 1847 in Frankreich der
Mehltau auf und vernichtete ganze
Ernten. Schlimmer war jedoch die
Reblaus, die ab 1863 von Frankreich
aus sich in ganz Europa ausbreitete.
Sie vernichtete auf Jahrzehnte
ganze Rebenbestände. Als
ein Gegenmittel gegen die aus
Amerika stammende Laus gefunden
wurde, waren hochwertige Rebsorten
schon vollständig vernichtet.
Die
Beliebtheit des Weines in der
Alten Welt sorgte mit den Auswanderungswellen
aus Europa für seine rasche
Verbreitung in Nord- und Südamerika,
Südafrika und Australien.
In den Ursprungsländern der
Weinbereitung und in der ganzen
arabischen Welt hingegen wurden
Weinreben mit der Ausbreitung
des Islam meist nur noch für
die Obst- und Sultaninenerzeugung
angebaut.
Wein
ist aus der Kulturgeschichte der
Menschen nicht mehr wegzudenken.
Natürlich wurde der edle
Traubensaft auch von den jeweiligen
Kunstschaffenden thematisiert.
Unzählige Dichter, Komponisten
und Maler beschäftigten sich
in ihren Werken (und nicht nur
dort) mit Wein. Goethe, eines
der größten Genies
der westlichen Welt, sagte folgendes:
"Solange man nüchtern
ist, gefällt das Schlechte.
Wie man getrunken hat, weiß
man das Rechte."
Noch
ein paar Worte zur Weinlagerung:
Allgemein wird geraten, den Weinen
nach dem Einkauf wegen der Erschütterungen
(etwa beim Transport) zwei bis
drei Wochen Ruhezeit zu gönnen.
Weine
sollten stets liegend aufbewahrt
werden. Die ideale Lagerstätte
ist dunkel und kühl. Temperaturen
von 8 bis 14° C sind als Faustregel
zu empfehlen, wobei Weine Abweichungen
länger verkraften als starke
Schwankungen. Die Luftfeuchtigkeit
sollte 70 bis 80 % betragen. Der
Lagerraum sollte auch frei von
Erschütterungen und von intensiven
Gerüchen (wie etwa Sauerkraut
oder Heizöl usw)
sein.